An vielen Orten entstanden Lager zur Unterbringung von Fremd- und Zwangsarbeitern. So entstand auch eines dieser Lager in Hirschfelde bei Zittau. In dem Fremdarbeitslager waren vor allem italienische und sowjetische Arbeiter untergebracht.

Geschichtlicher Hintergrund:
Im Jahr 1941 ist das Gelände Standort eines Fremdarbeiterlagers für italienische Arbeitskräfte. Bauarbeiten am Flussbett der Neiße und dem Hirschfelder Kraftwerk; sie zählen zu den Haupteinsatzgebieten.
In den Jahren 1942 und 1943 wird für die zusätzliche Unterbringung von „Ostarbeitern“ wird das Fremdarbeiterlager um zahlreiche Wohnbaracken und Funktionsgebäude erweitert. Ein Hauptgrund für den weiteren Arbeitskräftebedarf ist der Bau der Vorschaltanlage im Hirschfelder Kraftwerk.
Etwa 800 Arbeitskräfte verschiedener Nationen waren 1944 im Fremdarbeiterlager untergebracht.

Sichtbar
Die ehemalige Wasch-/Toilettenbaracke ist heute das Vereinshaus der Kleingartenanlage “Einheit” e.V. an der B99 Ortsteil Hirschfelde. Sie ist noch im Originalzustand, nur die mittleren Fenster wurden erneuert. Die Baracke gehörte zum ursprünglichen Lager für italienische Fremdarbeiter. Um sie herum standen damals noch 4 weitere Baracken, welche auch zur Unterbringung der Arbeiter dienten.

Erinnerung
Am 2.Juni 2010 wurde ein Ehrenhain in Hirschfelde übergeben. Schüler_innen und Jugendliche forschen nach weiteren Erkenntnissen und haben darüber eine Ausstellung konzipiert.

Quellen:
Sächsische Zeitung

http://www.parkschule.info/lager/

Am 09.November 2011 wurde auch im ostsächsischen Zittau an die Opfer der Reichspogromnacht gedacht.

Um 16:45 Uhr lud die „Initiative für eine lebendige Gedenkkultur“ alle Interessierten zu einem Stadtrundgang ein. Etwa 20 Menschen folgten der Einladung und trafen sich am Infoladen Zittau1.
Der Weg führte an den Stolpersteinen  - den kleinen Betonquadern, darauf Messingplatten, die in wenigen Worten an jüdische Menschen erinnern, die während der Nazi- Herrschaft verfolgt und ermordet wurden – von Dr. Max Brinitzer2, Olga Dienstfertig2, Paula und Hermann Keil2 sowie Adolf und Emma Lachmann2 vorbei.  An jedem der Stolpersteine wurde eine Kerze entzündet und mit einem Redebeitrag auf den Leidensweg der ehemaligen jüdischen Mitmenschen in Zittau aufmerksam gemacht.
Der Rundgang endete an dem Standort der ehemaligen Synagoge auf der Lessingstraße in Zittau. Dort wurden vor dem offiziellen Gedenken der Stadt Zittau ebenfalls Kerzen entzündet und mit kleinen Teelichtern das Wort „Shalom“ geformt. Dieses bedeutet zunächst Unversehrtheit, Heil, Frieden; es ist damit nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit und Ruhe.

Im Anschluss nahmen einige Menschen die Möglichkeit war und besuchten den Gedenkgottesdienst in der katholischen Kirche.
Daran schloss sich das offizielle Gedenken der Stadt Zittau an. Herr Dr. Kurze von der Fraktion der Freien Bürger im Zittauer Stadtrat hielt dieses Jahr eine kurze Rede bevor der Oberbürgermeister Voigt und DIE LINKE einen Kranz niederlegten. Steine, so wie es jüdischer Brauch ist, legten die ca. 50 Anwesenden vor der Gedenktafel ab.

Ein Vertreter der Initiative „Erinnerung und Versöhnung“ lud danach zu dem „Theresienstädter Konzertabend – Musik als Todesverweigerung“ in das Foyer des Zittauer Theaters ein. Dieser Einladung folgten etwa 110 Menschen, weitere Plätze standen nicht mehr zur Verfügung.
Das Konzert erinnerte an musikalische Höhepunkte, die in Hinterhöfen, auf Gängen und Dachböden im Ghetto Theresienstadt zwischen 1942 und 1944 unter schwierigsten Bedingungen stattfanden. Sie sollten die Liebe der inhaftierten Menschen zur Musik demonstrieren – eine Liebe, die ihnen niemand wegnehmen konnte.
Die alte Festungsanlage Theresienstadt (heute Terezin, tschechische Republik) war ab 1941 ein ghettoähnliches Lager für mehr als 80.000 Juden aus ganz Europa. Die Propaganda der Nationalsozialisten stellte den Ort als geruhsames Altersdomizil für Juden mit Pflegepersonal dar. In Wahrheit hausten die Bewohner in verdreckten überfüllten Kasernen, froren, hungerten. 35.000 Insassen starben.
Ab 1942 war Theresienstadt für weitere 76.500 Jüd_innen Durchgangsstation für die Transporte in die Vernichtungslager im Osten. Unter den Inhaftierten befanden sich auch viele ausgezeichnete Musiker_innen, die unter schwierigen Bedingungen zahlreiche Konzerte, Opernvorstellungen sowie Kabarettabende für Mithäftlinge einstudierten und veranstalteten. Auch Zittauer Bürger_innen, jüdischer Herkunft, lebten und starben in Theresienstadt, wurden von dort in die Vernichtungslager transportiert und kamen nicht zurück. 1945 konnte die Rote Armee das Lager befreien.

1 www.infoladen-zittau.de
2 http://www.hillerschevilla.de/cms/de/121/Stolpersteine-fuer-Zittau

November 2011
Mitglieder der Initiative für eine lebendige Gedenkkultur

http://www.gedenkkultur.info/

Anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht laden wir alle Interessierten zu einem Stadtspaziergang ein. Dieser beginnt 16:45 Uhr am Infoladen Zittau (Äußere Weberstr.2).
Der Spaziergang führt uns vorbei an einigen Stolpersteinen zum Standort der ehemaligen Synagoge auf der Lessingstraße in Zittau. „Stolpersteine, das sind kleine Betonquader, darauf Messingplatten, die in wenigen Worten an jüdische Menschen erinnern, die während der Nazi- Herrschaft verfolgt und ermordet wurden.“, so Tuomo Neumann von der Initiative für eine lebendige Gedenkkultur.

Gedenkstein an die Opfer in den ehemaligen Zitt-Werken

Gedenkstein an die Opfer in den ehemaligen Zitt-Werken

Die Zittwerke bestanden von 28.10.1944 – 07.05.1945 in Porajow (früher Großporitsch). Diese waren ein Tarnunternehmen der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG.

Die Fabrik war 1939 als Zulieferbetrieb für die Junkerswerke eingerichtet worden. Hergestellt wurden vor allem Flugzeugteile und Munition.
Am 29.April 1943 wurde erstmals Zittau und das Gelände des früheren Kriegsgefangenenlagers Porajow als möglicher Standort für die Produktion von kriegswichtigen Flugzeugtypen besichtigt. Auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers, das 1920 abgerissen wurde, war bereits mit einem Kasernenneubau begonnen worden. Die Arbeiten wurden jedoch nach Kriegsbeginn eingestellt und erneut als Internierungslager für Kriegsgefangene genutzt.
Im August 1943 fiel die Entscheidung der Junkerswerke für Auslagerungen, in die Spinnerei und Weberei AG Ebersbach/Sa., die Gebr. Moras AG in Zittau, sowie den Bau von Produktionshallen auf der Kasernenbaubrache in Porajow. Ein bereits bestehender Vertrag zwischen dem Funkhersteller Dr. Seibt Nachf., Nachrichtenmittelfertigung, Berlin-Schöneberg und der Gebr. Moras AG wurde damit aufgehoben und der Berliner Radarproduzent an die Echo-Mühle Olbersdorf verwiesen. Da sich der Flächenbedarf vergrößerte, wurde das Textilunternehmen im September 1943 zur Abstellung von 16 Produktionsarbeiterinnen verpflichtet. Bereits im Oktober 1943 beanspruchte Junkers die gesamte Produktionsfläche der Moras AG für sich. Nach einem Einspruch der Unternehmensleitung der Moras AG, verfügte der neuernannte Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, im November 1943 persönlich die Stilllegung des Werkes. Noch im November wurde mit der Verlagerung der Produktionsmaschinen von Dessau nach Zittau begonnen. Die Gaststätte „Paulaner Bräu“ wurde beschlagnahmt und diente als Wohnheim für die mit dem Aufbau beschäftigen Arbeiter. Außerdem beanspruchten die Junkerswerke zu selben Zeit, eine Fläche von 16.000 m² in der Spinnerei und Weberei AG Ebersbach für die Verlagerung ihres Magdeburger Werkes. Reichsminister der Luftfahrt, Göring, ordnete am 20. September 1944, die vollständige Verlegung der Fertigung der Junkerswerke aus Magdeburg und Dessau in die Räume der Gebr. Moras AG in Zittau an.
Am 20. November 1943 wurde das vom Bauingenieur Buchholz geleitete Konstruktionsbüro, dass eigens für den Bau der Produktionsstätte „Zittwerke-Kaserne“ eingerichtet wurde, von Dessau in die Firma Rudolf Arens nach Zittau verlegt. 2.830.000 RM wurden für das Geheimvorhaben IVa SO J/m 116 veranschlagt. Obwohl die endgültigen Planungen noch nicht abgeschlossen waren, erfolgte im Januar 1944 der Baubeginn. Zuvor war den Zittwerken von der Wehrmacht das Kasernengelände Kleinporitsch übergeben worden.
Vor Fertigstellung der Hallen in Porajow wurden die Websäle der Gebr. Moras AG als Produktionshallen genutzt. Die fast fertiggestellten großen Mannschaftshäuser und sechs weitere Rohbauten wurden in Porajow vollendet. Die Unterbringung von 1000 Werksangehörigen verursachte allerdings starke Probleme. 1944 erfolgte die Gründung der Eberwerke Aktiengesellschaft.

Die Junkerswerke beantragten für das Motorenbau-Zweigwerk Zittau-Kleinschönau (Kaserne), im März 1944 eine Anschlussbahn für die Bahnstrecke Zittau–Reichenberg. Im Dezember 1944 wurde mit dem Bau eines Anschlussgleises zwischen der Ortslage Porajow und den Zittwerken begonnen, dass im Januar 1945  in Betrieb genommen wurde. Die Produktionsstätte Zittwerke-Kaserne diente nach Aufnahme der Produktion im Jahr 1944 zur Fertigung von Triebwerken vom Typ Junkers Jumo 004B.

Als im Dezember 1943 der Direktor der Junkerswerke Walter Cambeis den Flächenbedarf reduzierte, wurde das bereits angelaufene Werksstilllegungsverfahren für die Moras AG hinfällig. Der Standort schien der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG nach der angewiesenen Umstellung von der Entwicklung technisch hochleistungsfähiger, auf die Massenfertigung schnellster Spezialflugzeuge, nicht mehr geeignet. Am 20. März 1944 erfolgte die Gründung der „Zittwerke Aktiengesellschaft“ mit Sitz in Zittau, Bahnhofstraße 10.
Die Betriebsleitung bestand aus Dr. Ulderup als Betriebsführer, dem Direktor Hanewald und dem Prokuristen Pfeil.  Diese Personen waren zuvor bei Junkers tätig.
Kleinere Fertigungsstätten besaßen die Zittwerke in den Textilbetrieben Gebr. Haebler in Zittau, der Mechanischen Weberei Rudolf Breuer in Reichenau, der Fa. Kreutziger & Henke in Leutersdorf und  weiteren 17 Firmen in Zittau, Reichenau, Herrnhut und Großschönau. Die neu errichtete Schmittsche Spinnerei, in dem zum damaligen Protektorat Böhmen und Mähren gehörigen Städtchen Semil, kam ebenfalls hinzu. Aus diesen Textilbetrieben wurden auch die benötigten Produktionsarbeiterinnen „abgezogen“. Über die Anzahl der „Beschäftigten“, liegen keine genauen Angaben vor, Schätzungen gehen jedoch von über 2500 Menschen in Zittau aus, etwa 1500 arbeiteten in den Textilfabriken. Hilfskräfte wurden unter Leitung deutscher und ausländischer Spezialisten angelernt.
Die Arbeiten in den Bereichen der Bearbeitung, Galvanisierung und Montage erfolgten durch Fachkräfte der Luftfahrtindustrie und abgestellte Rüstungsarbeiter im Objekt Kaserne, dass als militärisches Sperrgebiet galt. Im Werk arbeiteten deutsche Facharbeiter und „Fremdarbeiter“, die aus verschiedenen Ländern dorthin verschleppt wurden. Streng von ihnen getrennt mussten dort auch KZ Häftlinge arbeiten. Die Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen, unter anderem Engländer, Belgier, Italiener, Ungarn und Niederländer lebten unter etwas besseren Bedingungen als die KZ Häftlinge. Da die Nazis Sabotage oder Spionage befürchteten, wurden für Hilfsarbeiten Ostarbeiter und für Sonderarbeiten KZ-Häftlinge eingesetzt. 242 polnische Arbeiter waren im Oktober 1944 im Lager Ost des Kasernengeländes untergebracht. Auch sowjetische Arbeitskräfte wurden etwas später dort eingesetzt.
Als Mitte Februar 1945 die Zittwerke ihre Produktion einstellten wurde die Porajower Kaserne am 24. März 1945 aufgegeben und die Räumungen der Maschinen beendet.

Lager und Produktionsstätte Porajow
Außerhalb der Betriebsstätten erfolgte die Fertigung unter Aufsicht einer Luftwaffeneinheit, die sich im Kaufhaus Beckmann am Zittauer Markt befand. Diese war auch für den Transport der dort gefertigten Einzelteile nach Porajow verantwortlich. Die Produktion wurde mit dem Herannahen der Ostfront Mitte Februar 1945 eingestellt. In abgedeckten Güterzügen wurden die Maschinen ab dem 27. Februar 1945 nach Chemnitz – Hilbersdorf abtransportiert. Ein Zug fuhr am 2. März 1945 von Hirschfelde nach Dessau, ein weiterer 18. März nach Riesa. Zwischen dem 6. und 10. März 1945 wurden die Arbeiter in mehreren Sonderzügen nach Pustleben gebracht.
Die Betriebsstätte wurde am 24. März 1945 endgültig aufgegeben. Ein Sonderzug verlies an diesem Tag das Gelände mit unbekanntem Ziel. Die letzten 500 Arbeiter wurden von der Wehrmacht mit einem Personenzug, wahrscheinlich nach Halberstadt transportiert.

In einem separat gesicherten und durch Stacheldraht abgegrenzten „Wirtschaftsgebäude“ innerhalb des Kasernengeländes, wurde ein Außenkommando des KZ Groß Rosen ( Rogoznica bei Legnica ) untergebracht.
Die genaue Anzahl von Häftlingen konnte nicht genau ermittelt werden. Es wird von 864 Häftlingen ausgegangen, die im Jahr 1944 in den acht Produktionsstätten arbeiten mussten.
Das Frauenlager der KZ Außenstelle wurde am 28. Oktober 1944 und das Männerlager mit etwa 250 Häftlingen aus Ungarn und Polen, meist jüdischer Abstammung am 27. Januar 1945 eröffnet. Im Februar 1945 kam ein weiterer Transport, wahrscheinlich aus Groß – Rosen, mit 300 Häftlingen im Lager an. Dabei handelte es sich um sowjetische Kriegsgefangene und Juden.
Im Zittauer Lager der  Jüdinnen befand sich eine Entbindungsstation im Dachgeschoss des Lagergebäudes. Dorthin wurden aus den anderen KZ-AL Ostsachsens Schwangere zur Entbindung gebracht. Meist wurden danach die Frauen und Kinder weggeschafft ins KZ-AL Chrastava – es gehörte auch zum KZ Groß-Rosen. Die SS-Kommandoführerin in Chrastava ließ die Babys vergiften.
In der KZ Außenstelle herrschten unerträgliche, barbarische Lebensbedingungen. Etwa 266 Häftlinge wurden bis zum 08. Mai 1945 in den Zittwerken umgebracht. Viele Häftlinge starben an Hunger, Misshandlungen, Entkräftung und Krankheiten. Die toten Häftlinge wurden einfach in die Hartauer Brüche gekippt. Später wurden, wegen der Seuchengefahr, die Toten ins Krematorium gebracht.
Ab dem 25. März 1945 befanden sich nur noch das Ostarbeiterlager und das KZ-Außenlager auf dem Gelände, das durch Angehörige des 17. SS-Totenkopf-Wachbataillons bewacht wurde. Da das Stammlager in Groß-Rosen geräumt wurde, war eine Rückführung der Häftlinge nicht möglich. Das Lager diente als Auffanglager für die evakuierten Außenlager des KZ Groß Rosen der Weser-Flugzeugwerken in Bunzlau und aus dem böhmischen Reichenau. Am 30. April 1945 fuhr ein Sonderzug der Wehrmacht aus Leitmeritz kommend, über Varnsdorf in das Gelände der Zittwerke in Porajow ein und wieder aus. Bis heute ist der Zweck der Fahrt unbekannt. Die Reichsbahn löste am 6. und 7. Mai 1945 ihr Ostarbeiterlager Teufelsmühle im Zittauer Gebirge auf und brachte die Häftlinge im „Lager Ost“ der Zittwerke unter. Als die Rote Armee immer näher rückt, versuchte die SS die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Alle noch verbliebenen Häftlinge der KZ Außenstelle Poritsch sollten ermorden werden. Kolonnen von Häftlingen ziehen von Hirschfelde kommend durch Zittau. Wer nicht mehr weiter kann wird von der SS sofort erschossen. Einwohner werden von der SS gezwungen, die Toten an Ort und Stelle zu begraben.
Als am Vormittag des 7. Mai 1945 ein Luftangriff auf Zittau stattfand, flohen viele Angehörige der Wachmannschaften. Auch Häftlinge nutzen die Gelegenheit zur Flucht. Mehrere von ihnen kamen bei weiteren Bombenangriffen auf Zittau am 07. und 08. Mai ums Leben. Noch im Juni verstarben in der Stadt einige der früheren Lagerinsassen an Seuchen und Entkräftung.

Der überlebende KZ-Häftling Mortka Schwarz, ein in Majdanek geborener und bis 1939 in Oświęcim lebender Jude, blieb in Zittau. Er betrieb von 1946 bis zu seinem Tode im Jahre 1970 das Kaufhaus Schwarz.

Auf dem Gelände der Zittwerke wurde im Mai 1945 das Kriegs- und Zivilgefangenenlager Zittau eingerichtet. Die Fertigungsanlagen im Gelände wurden dem Verfall preisgeben und sind noch als Ruinen erhalten.

Epilog
Am 07. September 1958 wurden die sterblichen Überreste von ermordeten Häftlingen feierlich beigesetzt. Kurz vorher war auf dem Krematoriumsgelände ein Massengrab gefunden worden.
Nachweislich sind diese beiden Frauen ums Leben gekommen:
Elisabeth Aardewerk-Wagenhuis, geb. 21.12.1893 in Amsterdam
Vera Cohen-Rodrigues geb. 27.08.1911 in  Amsterdam

Quellen:
Wikipedia
Geschichte der Kreisparteiorganisation Zittau der SED Heft 3 (1917 – 1945 )
Geschichte der Arbeiterbewegung des Kreises Zittau Chronik 1830/1945
Karl-Heinz Gräfe/ Hans-Jürgen Töpfer „Ausgesondert und fast vergessen“
KZ-Außenlager auf dem Territorium des heutigen Sachsen, 1. Auflage ddp Goldenbogen, Dresden 1996.

Ehrenfriedhof Rauschwalde

Ehrenfriedhof Rauschwalde

Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945 diente das heutige Malteser Krankenhaus St. Carolus als sowjetisches Lazarett. Auf dem angrenzenden Friedhof wurden die Verstorbenen in Sammelgräbern begraben. Der für Görlitz zuständige Kulturoffizier der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland regte damals an, an dieser Stelle ein Ehrenmal für verstorbene sowjetische Soldaten zu errichten. Der Architekt Fritz Niemann aus Breslau entwarf eine großzügige Anlage, die am 21. April 1946 feierlich eingeweiht wurde.
Entsprechend den damaligen Möglichkeiten wurde der Friedhof als quadratisches Wiesenstück angelegt, in dessen Mitte ein neun Meter hoher Obelisk aus Granit der Königshainer Brüche emporragt. Er steht auf einem etwas erhöhten Plateau und ist über Treppenstufen von allen vier Seiten zugänglich. Vier von hier ausgehende Wege vierteln die Wiese, jedoch wurden nur die beiden linken Areale für die Sammelgräber genutzt. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand fanden hier 400 Bürger aus der Sowjetunion ihre letzte Ruhestatt. Viele kleinere Stelen und in die Wiese eingelassene Grabplatten erinnern an jene Soldaten, die in den letzten Kämpfen in dieser Gegend fielen oder später im naheliegenden Lazarett verstarben. 114 Namen sind in die Steine eingemeißelt, weitere Inschriften erinnern an die namenlos gebliebenen Toten. Es ist jedoch nicht möglich, die tatsächliche Grablage Einzelner zu ermitteln, denn es handelt sich um Sammelgräber, auf denen erst im Nachhinein Gedenksteine errichtet wurden.

Quelle: http://www.dokst.de/node/1115/?details=748 (28.10.2011)

An der Ecke Ludwig-Ey-Straße / Moltke Straße in Görlitz befindet sich eine Gedenktafel an Ludwig Ey.

Gedenktafel an Ludwig Ey

Gedenktafel an Ludwig Ey

Auf ihr steht: „Ludwig Ey; Geboren am 03.04.1893; Antifaschistischer Kämpfer; Nach 10 Jahren Haft am 24.03.1945 an Hunger und Misshandlung verstorben“

Quelle: Eigenrecherche

Gedenktafel an Herbert Balzer

Gedenktafel an Herbert Balzer

Eine Gedenktafel erinnert am Haus James-von-Moltke-Straße 7 an Herbert Balzer: »Herbert Balzer, Funktionär der KPD im Görlitzer Gebiet. Antifaschistischer Widerstandskämpfer. Im April 1945 von der SS ermordet«.

Quelle: Broschüre: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation II

Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel zu Herbert Balzer.

Gedenktafel an Kurt Steffelbauer

Gedenktafel an Kurt Steffelbauer

In der Konsulstraße 1 steht das Geburtshaus von Kurt Steffelbauer, der in Berlin Widerstandsarbeit leistete und 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Die Tafel, die sich am Hauseingang befindet, enthält die Zeilen: »In diesem Hause wurde Kurt Steffelbauer, Lehrer, Widerstandskämpfer, Gewerkschaftsfunktionär, am 16.2.1890 geboren. Hingerichtet durch die Faschisten am 21.5.1942«.

Quelle: Broschüre: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation II

Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel zu Kurt Steffelbauer.

Gedenktafel an Rudolf Breitscheid

Gedenktafel an Rudolf Breitscheid

Am Haus Bismarckstraße 32 ist eine Gedenktafel für Rudolf Breitscheid angebracht: »Rudolf Breitscheid, geboren am 2.11.1874, gestorben am 24.8.1944, antifaschistisch-demokratischer Politiker. Bei einem Luftangriff auf das KZ Buchenwald umgekommen«.

Quelle: Broschüre: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation II

Hier finden Sie einen ausführlicher Artikel zu Rudolf Breitscheid.

Denkmal an Johannes Wüsten

Denkmal an Johannes Wüsten

Für den Grafiker Johannes Wüsten, der seit 1897 in Görlitz lebte, gibt es in der Stadt mehrere Orte des Gedenkens. Johannes Wüsten war Kunsthandwerker und Malschüler bei Otto Modersohn in Worpswede. Der international bekannte Künstler gab insbesondere der Technik des Kupferstichs für die Gegenwart neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Nach 1933 erwies er sich als aktiver Gegner des nationalsozialistischen Regimes, musste nach Prag und danach nach Paris emigrieren, wo er später verhaftet wurde. Johannes Wüsten verstarb 1943 im Zuchthaus Brandenburg an Tuberkulose.
Neben mehreren Gedenktafeln gibt es auch zwei Porträtbüsten von ihm in Görlitz. Der Bildhauer Theo Balden schuf sie für die ständige Ausstellung der Kunstsammlungen (1976) sowie für eine Schule, die seinen Namen trägt.
Die Grabstätte Wüstens liegt auf dem Alten Friedhof (XX lI a-34). Die Gedenktafeln aus Sandstein an den Häusern Johannes-Wüsten-Straße 7 und 23 haben folgende Inhalte: »Johannes Wüsten 1.896-1943 – Antifaschistischer Künstler, wirkte in diesem Haus 1930-1934« und »Johannes Wüsten, geb. 1896, Antifaschist, Schriftsteller, Maler und Graphiker, von den Nazis zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 26.4.1943 im Zuchthaus Brandenburg umgekommen«.

Quelle: Eigenrecherche und Broschüre: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation II

Ein weiterer Artikel, der sich Johannes Wüsten widmet.